«Existenzfrage»: Verbandschef will mit Klöckner über Sorgen sprechen

Der Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz Süd (BWV) hat mit Nachdruck bessere Bedingungen für die Gemüseanbau-Branche gefordert. «Gerade der Gemüseanbau in der Vorderpfalz gehört mittlerweile zu einem der größten Sorgenkinder», sagte BWV-Chef Eberhard Hartelt. Die Branche sei eine wichtige Stütze der lokalen Wirtschaft und zudem identitätsstiftend für die gesamte Region. «Außer dem Arbeitskräftebedarf, der Düngeverordnung und der Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels gibt es viele weitere wichtige Themen, die die Branche derzeit beschäftigen», betonte er.


Hartelt trifft am (heutigen) Freitag Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) in Mutterstadt (13.30 Uhr) zum Gespräch. «Ich erhoffe mir, dass sie sich die Sorgen anhört und uns hilft, die Botschaft in die Welt zu tragen, dass wir nicht nur eine Veränderung der Landwirtschaft brauchen - zu der wir bereit sind -, sondern auch eine Veränderung des Handels insgesamt», sagte der BWV-Präsident. «Unter diesem Preisdiktat und zu diesen Preisen ist Gemüseanbau wirtschaftlich einfach nicht mehr gestaltbar und steht vor dem Aus.»


Die Schere zwischen dem, was wirtschaftlich zu erlösen sei, und dem Gesamtpreis gehe immer weiter auseinander. «Für mich und viele Betriebsleiter stellt sich die Existenzfrage, ob es unter diesen Vorgaben - auch was die Mindestlöhne betrifft - im Wettbewerb mit Spanien, Israel oder Nordafrika überhaupt noch möglich ist, Gemüseanbau zu betreiben», sagte Hartelt. «Letztendlich ist es die Frage nach der Zukunft der Branche - vor allem in der Vorderpfalz.» Die Preisschraube drehe immer weiter nach unten. «Die Frage ist: Bekommen wir den Gemüseanbau, wie wir ihn heute kennen, unter diesen Rahmenbedingungen in Zukunft noch hin?»

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